Bauanleitung für eine alpenländische Krippe: Planung und Grundplatte

  1. Bau­an­lei­tung für eine alpen­län­di­sche Krip­pe: Pla­nung und Grundplatte
  2. Bau­an­lei­tung für eine alpen­län­di­sche Krip­pe – Gelän­de, Gebir­ge und Felsen
  3. Bau­an­lei­tung für eine alpen­län­di­sche Krip­pe – Mau­ern, Rah­men der Grund­plat­te und Backhäuschen
  4. Bau­an­lei­tung für eine alpen­län­di­sche Krip­pe – Krippenstall
  5. Bau­an­lei­tung für eine alpen­län­di­sche Krip­pe – Bei­zen und Pati­nie­ren, Beleuchtung
  6. Bau­an­lei­tung für eine alpen­län­di­sche Krip­pe – Spach­teln bzw. Ver­put­zen und Schwär­zen, Waschen und Grundieren
  7. Bau­an­lei­tung für eine alpen­län­di­sche Krip­pe – Fas­sen (Bema­len) und Waschen (Pati­nie­ren), Krip­pen­zu­be­hör und ‑bota­nik
  8. Bau­an­lei­tung alpen­län­di­sche Krip­pe – Streu­en und fer­ti­ge Krippe

Vor dem Bau einer Krip­pe ist eine gewis­se Pla­nung wich­tig – das wird in den meis­ten Bau­an­lei­tun­gen nicht zum The­ma gemacht. Zum Einen ist da die Fra­ge nach der Art der Krip­pe. Die zwei­te Fra­ge ist die Grö­ße der Krip­pe. Nach der Pla­nung geht es ans Bau­en: Und das fängt mit der Grund­plat­te an.

Planung: Art der Krippe

Fertige alpenländische Weihnachtskrippe
So wird die fer­ti­ge alpen­län­di­sche Krip­pe aussehen

Soll es eine ori­en­ta­li­sche Krip­pe oder eher eine Hei­mat­krip­pe sein? Zum Begriff der „Tiro­ler Krip­pe“ möch­te ich noch fol­gen­des fest­hal­ten: Wir in Tirol nen­nen sie natür­lich so. Es ist ein­fach eine länd­li­che, dem Gebiet des Erbau­ers ange­pass­te Bau­art, die die Hei­mat widerspiegelt.

Planung: Größe

Gro­ße Krip­pen muss man auf­tei­len, um sie trans­por­tie­ren und lagern kön­nen. Eine gro­ße Krip­pe bedeu­tet auch vie­le Figu­ren. Da man sich schö­ne Figu­ren meist nicht in einem Auf­wasch leis­ten kann, bedeu­tet das auch, dass die Krip­pe eini­ge Jah­re eher „unter­be­setzt“ sein wird. Als Bei­spiel kann ich anfüh­ren, dass ich bei mei­ner Krip­pe für 35 Figu­ren fast zehn Jah­re benö­tigt habe. Bezüg­lich der Figu­ren noch eine Anmer­kung: Wer die Ent­schei­dung trifft, sich eine Krip­pe zu bau­en, Zeit dafür auf­wen­det, soll­te auch die Ent­schei­dung fäl­len, schö­ne Figu­ren anzu­schaf­fen. Es gibt genü­gend Fach­ge­schäf­te und ich kann nur bestä­ti­gen, dass es immer wie­der eine Freu­de ist, jähr­lich eine neue Figur hin­zu­zu­fü­gen. Die güns­ti­gen Plas­tik­fi­gu­ren, meist eher grell gefärbt, wir­ken oft wie ein Fremd­kör­per auf der Krip­pe. Bei den Krip­pen­fi­gu­ren haben wir uns für die­se Krip­pe auf eine Grö­ße von 9 cm geeinigt.

Nun, nach­dem Grö­ße und Art der Krip­pe fest­ge­legt sind, noch eini­ge Anmer­kun­gen zur Auf­stel­lung, dem Stand­ort einer Krip­pe. Im Ide­al­fall soll­te der Stall oder die Grot­te immer vom Raum­mit­tel­punkt ein­ge­se­hen wer­den kön­nen. Eine Krip­pe kommt so am bes­ten zur Gel­tung. Der Betrach­ter muss nicht erst zur Krip­pe hin­ge­hen, um das Gesche­hen zu sehen. Dass es ide­al ist, wenn sich in der Nähe eine Steck­do­se für die Beleuch­tung befin­det, sei nur so neben­bei erwähnt.

Persönliche Anmerkungen

Was ich aber ableh­ne, und das fin­det man auch bei uns oft, sind wah­re Modell­bau­ten. Sicher­lich steckt viel Arbeit und Kön­nen dahin­ter, nur ist Jesus eben in kei­nem Bau­ern­hof gebo­ren wor­den. Es wird von einem Stall gespro­chen. Ob er im Ori­ent steht, oder wie bei uns in den Ber­gen, ist eher neben­säch­lich – aber es soll­te immer eine Krip­pe blei­ben und kein Modell­bau. Von mei­nen Lehr­meis­tern habe ich gelernt, und ich gebe es in mei­nen Kur­sen auch so wei­ter: ein „Sta­del“ soll­te so aus­se­hen, als wenn er dem Krip­pen­bau­er auf den Boden gefal­len wäre.

Die Grundplatte der Krippe

Für die Grund­plat­te ver­ar­bei­te ich Holz­leis­ten mit ca. 2,5 cm und Span­plat­ten mit 1 cm Dicke und schnei­de sie zur gewünsch­ten Grö­ße zu. Da ich die Schnitt-Abfäl­le auf­be­wah­re, kann ich die­se spä­ter ein­ar­bei­ten, even­tu­el­le Höhen­un­ter­schie­de sind kein Pro­blem, die Spach­tel­mas­se gleicht das aus.

Grundplatte der Krippe
Grund­plat­te der Krippe

Die Grund­plat­te wird mit den Leis­ten umschlos­sen, je nach Grö­ße baue ich noch Quer­leis­ten ein, um ein Ver­zie­hen der Plat­te zu ver­mei­den. Die­se wer­den mit Leim und Nägeln ange­bracht (Bild 1 und 2).

Grundplatte der Krippe - Unterseite
Bild 2: Quer­leis­te in der Grundplatte

Man soll­te Krip­pen immer so bau­en, dass die Unter­sei­te und Rück­sei­te sau­ber ver­ar­bei­tet sind. Auf der Unter­sei­te soll­ten kei­ne Schrau­ben oder Nägel her­vor­schau­en, die Ver­ka­be­lung soll­te sau­ber ver­legt und befes­tigt sein, und die Rück­sei­te gehört eben­falls gespach­telt und bemalt. Noch ein Detail am Ran­de: Damit die Grund­plat­te spä­ter nicht Möbel beschä­digt, brin­ge ich Filz­klötz­chen an, die­se gibt es in ver­schie­dens­ten Aus­füh­run­gen zum Kle­ben oder Schrau­ben. Ich habe hier die Erfah­rung gemacht, dass man nicht spa­ren soll­te, ein gutes Pro­dukt neh­men soll­te. Um den Filz­fuß nicht wäh­rend des Baus zu beschä­di­gen, soll­te man des­sen Anbrin­gung als letz­ten Arbeits­schritt durchführen.

Unterbau der Krippenebene
Bild 3: Unter­kon­struk­ti­on einer Ebene

Der ers­te Schritt beim Krip­pen­bau ist der Auf­bau einer Ebe­ne: Eine Tiro­ler Krip­pe kann eben nicht flach wie das plat­te Land sein. Der Aus­schnitt in der Plat­te wird spä­ter die Quel­le bil­den, die in einem klei­nen Bach wei­ter läuft.

Unterbau der Ebene mit Quelle

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