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Steine und Steinwände herstellen

(@svenklinge)

Hal­lo zusam­men, habe auch schon ein zwei Krip­pen gebaut. Nun schaue ich mir immer eure Bil­der an und wenn Stei­ne oder Wän­de da sehen sind die Trotz ver­putzt immer mega real aus. Wie macht ihr denn die Stei­ne oder Stein­wän­de? Aus Sty­ro­dur? Evtl kann ja eine auch eine zwei Bil­der von sich mal pos­ten. Wäre nett.
Danke!

Bei­spie­le wie ich meine:
viewtopic.php?f=3&t=406

viewtopic.php?f=3&t=415

viewtopic.php?f=8&t=430

Zitat
The­men­star­ter Ver­öf­fent­licht : 9. Janu­ar 2015 11:41
(@de-nitzemer)

Hal­lo Sven,

ich kann Dir natür­lich nicht sagen, wie die ande­ren es machen, aber eines Dei­ner Bei­spie­le (http://www.krippenverein.de/forum/viewtopic.php?f=3&t=415) war von mir:

In die­sem Fall wur­de die Stein­wand aus Gips her­ge­stellt. Ich habe mir eine Gips­kar­ton­plat­te (z.B. eine Rigips-Plat­te) besorgt und ein etwa A4 gro­ßen Stück mit einem Fuchs­schwanz her­aus­ge­sägt. Wer es kann, kann es natür­lich auch rit­zen und bre­chen. Anschlie­ßend gehe ich mit einer Was­serzer­stäu­ber, z.B. einen Pflan­zen­sprü­her oder eine alte Glas­rei­ni­ger­fla­sche, und einem Spach­tel dar­an, an der einen Sei­te das Papier abzu­zie­hen. Es macht dabei nichts, wenn es ein paar Schram­men im Gips gibt. Kra­ter­land­schaf­ten darf man natür­lich nicht hinterlassen.

Nach­dem die eine Sei­te vom Papier befreit wur­de, habe ich in der rich­ti­gen Grö­ße (hier 8 cm-Figu­ren, d.h. 5 mm Stei­ne) Mar­kie­run­gen an bei­den Rän­dern gesetzt und dann Frei­hand ver­bun­den. Mit dem Line­al arbei­ten darf man nur, wenn man eine Wand aus Mar­mor­blö­cken o.Ä. dar­stel­len will. Für alle ande­ren Wän­de arbei­tet das Line­al zu genau. Nach­dem die waa­ge­rech­ten Lini­en ange­zeich­net sind, begin­ne ich mit einem Nagel, einem alten „Dosen­lo­cher“ (für Milch­do­sen) und Zahn­arzt­werk­zeug, die Fugen aus dem Gips her­aus zu rit­zen. Dabei arbei­tet man immer Stein für Stein. Kei­nes­falls darf man erst eine gan­ze waa­ge­rech­te Linie rit­zen und dann nur noch senk­rech­te Ver­bin­dun­gen machen. Beim Rit­zen muss man dar­auf ach­ten, dass die Stei­ne „auf Lücke“ setzt wer­den, so dass ein Stein immer die senk­rech­te Fuge unter ihm über­brückt. Die Fugen müs­sen sehr betont und die ent­ste­hen­den schar­fen Kan­ten der Stei­ne aus­ge­run­det wer­den. Man­che Stei­ne lie­gen etwas tie­fer, man soll­te also ein wenig von der Ober­flä­che abtra­gen. Man­che bricht man ganz her­aus. So ent­steht nach und nach eine voll­stän­di­ge Gipswand. 

Da das Rit­zen einer Gips­wand sehr auf­wän­dig ist, mache ich mir anschlie­ßend mit wei­ßem Bau­si­li­kon eine Guß­form davon. Trans­pa­ren­tes Bau­si­li­kon geht nicht, es schrumpft zu stark. Noch bes­ser sind natür­lich Abform­mas­sen aus dem Kunst­han­del (z.B. boes­ner), aber sie sind auch ent­spre­chend teu­er. Mit die­ser Form kann ich dann Gips­plat­ten nach Bedarf gießen.

Die Mau­er im anlie­gen­den Bild ist aus solch einer selbst gegos­se­nen Gips­plat­te gemacht. Ich habe zunächst den Ein­gang für die Höh­le her­aus­ge­sägt und anschlie­ßend mit dem Stuk­ka­teurspach­tel zusätz­li­chen Gips auf­ge­tra­gen, um die gro­ßen Stei­ne des Tor­bo­gens dar­zu­stel­len. Nach dem Trock­nen des Gip­ses – dar­auf muss man wirk­lich ach­ten – habe ich die Plat­te ein­ge­klebt und dun­kel­grau grun­diert. Dabei kann man ruhig mit etwas flüs­si­ge­rer Disper­si­ons­far­be arbei­ten, denn die Far­be muss tief in die Fugen ein­ge­ar­bei­tet wer­den. Am Ende darf kein Krü­mel Gips mehr her­aus­schau­en. Dann muss die Far­be trocknen.

Der letz­te Schritt ist das Fas­sen. Bei die­ser Krip­pe habe ich ledig­lich mit etwas wei­ßer Far­be (sehr tro­cken auf einem Bors­ten­pin­sel) sanft über die Erhö­hun­gen gestri­chen und so die Struk­tur der Mau­er herausgearbeitet.

Es gibt noch meh­re­re ande­re Metho­den, um Mau­ern zu bau­en, bei denen Sty­ro­dur oder Holz zum Ein­satz kom­men. Für Mau­ern aus Bruch­stein zie­he ich Gips vor, auch wenn die Her­stel­lung der Mau­ern auf­wän­di­ger ist als bei Sty­ro­dur. Der Gips bricht ein­fach „natür­li­cher“.

Ant­wortZitat
Ver­öf­fent­licht : 25. Janu­ar 2015 00:02
(@reinhard-ungersboeck)

Hal­lo Sven,

das gan­ze geht natür­lich auch mit Sty­ro­dur, davon gibt’s aber vie­le ver­schie­de­ne Arten und nicht alle sind gut zur Bear­bei­tung. Man muss halt aus­pro­bie­ren wel­ches Mate­ri­al einem liegt.
Dazu noch ein gut gespitz­ter Blei­stift und los geht’s. Ein­fach rit­zen oder bei grö­ße­ren Mau­ern die Stei­ne auch her­aus­schnit­zen. Das ist mei­ner Mei­nung nach nicht so auf­wen­dig wie die Gipsritzerei.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit wäre es Gips­schutt­stei­ne her­zu­stel­len (Gips auf einem gro­ßen Plas­tik­de­ckel ca. 3–4mm auf­tra­gen, mit Was­ser ver­set­zen- Spritz­fla­scherl und der­glei­chen), hart wer­den las­sen, dann bre­chen und mit Krip­pen­mör­tel auf­mau­ern. Sieht auch ganz gut aus. 

Oder die Mau­er­stei­ne aus Weich­holz schnit­zen und dann ver­lei­men, oder mit „Stein­chen­mas­se“ = ( Krei­de, Säge­mehl und Leim­was­ser) gut durch­kne­ten und dann schön kan­ti­ge Stei­ne for­men. Trock­nen las­sen und damit aufmauern.

Auch mit zie­gel­för­mig geschnit­te­ner Lär­chen­rin­de las­sen sich wun­der­ba­re Stein­mau­ern errichten.

Ich hof­fe ich konn­te helfen :-)

LG., Rein­hard

Ant­wortZitat
Ver­öf­fent­licht : 9. Febru­ar 2015 16:00
(@de-nitzemer)

Hal­lo Reinhard,

stimmt, Sty­ro­dur – oder bes­ser XPS (Extru­dier­tes Poly­sty­rol) – gibt es von vie­len Her­stel­lern. Lei­der sind die ver­schie­de­nen Typen bei glei­cher Klas­sie­rung für den Haus­bau sehr unter­schied­lich gut für den Krip­pen­bau geeig­net :shock:

Auf der Home­page der Klüs­se­ra­ther Krip­pen­freun­de fid­net sich dazu ein Ver­gleichs­test unter http://www.krippenverein.de/index.php/krippenbauschule/bauanleitungen/131-styrodur-vergleichstest.html

Ant­wortZitat
Ver­öf­fent­licht : 15. Febru­ar 2015 10:18