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Gesso

(@flori76)

Hal­lo zusammen,

ich habe als Vor­be­rei­tung für mei­ne neue Krip­pe mir den Kurs auf You­tube von Herrn Pigoz­zi ange­schaut. Ich kann zwar kein ita­lie­nisch, aber mei­ne Spa­nisch Kennt­nis­se rei­chen für den gro­ben Inhalt aus.… ABER was bit­te ist Ges­so???? Laut Wör­ter­buch ist es Gips und / oder Kreide :?
Zwi­schen Cal­ci­um­car­bo­nat und Cal­ci­um­sul­fat ist imho ein Unter­schied. Weiss jemand, was die im Video verwenden???

Ach, hier ist der Link zum Video, wel­ches ich meine:

https://www.youtube.com/watch?v=tuNPAzK1PcM

etwa bei 9:20, sagt er, was er nimmt (glau­be ich)

Gruss Flo­ri­an

Zitat
The­men­star­ter Ver­öf­fent­licht : 27. Okto­ber 2017 19:18
(@de-nitzemer)

Hal­lo Flori,

das Video ist sehr lang, so dass ich nicht ganz durch­ge­schaut habe. Bei Minu­te 15:57min sieht man Anto­nio Pogoz­zi GIPS anset­zen und Pier­lui­gi Bom­bel­li spricht von „ges­so“. Auch an allen ande­ren von mir im Schnell­durch­lauf gefun­de­nen Stel­len, in denen mit einer „wei­ßen Mör­tel­mas­se“ geab­rei­tet wird, han­delt es sich um Gips.

Mei­ne Erfah­run­gen mit Anto­nio lau­fen dar­auf hin­aus, dass er gar nicht mit Krei­de oder Säge­mehl arbei­tet. Statt des in Deutsch­land belieb­ten Krip­pen­mör­tels ver­wen­det er Gips oder arbei­tet direkt mit der Sty­ro­dur-Ober­flä­che. Als Struk­tur­ma­te­ri­al für Putz nutzt Anto­nio Mar­mor­mehl und aus­ge­här­te­te Gipsreste.

Ant­wortZitat
Ver­öf­fent­licht : 28. Okto­ber 2017 09:03
 StMi
(@stmi)

Hal­lo,
ich bin neu hier und habe viel im Forum gele­sen und gelernt. Ich bewun­de­re die vie­len schö­nen Krip­pen, die ihr gebaut habt.

Zu der Fra­ge, was Ges­so ist, ist mir bekannt, dass es ein Grun­die­rungs­mit­tel ist, dass von Künst­lern zur Grun­die­rung von Mal­grün­den (z.B. Lein­wän­den) benutzt wird. Das Wort „ges­so“ bedeu­tet, mei­nes Wis­sens nach, im ita­lie­ni­schen „Gips, Kreide“.

Ich hof­fe, ich konn­te ein wenig helfen.

Gruß
Stephan

Ant­wortZitat
Ver­öf­fent­licht : 28. Okto­ber 2017 13:41
(@wilhelm-luecking)

Hal­lo Krippenfreunde,

aus Flo­ri­ans Fra­ge­stel­lung sehe ich für uns auch die Not­wen­dig­keit, den guten alten Gips ein­mal genau­er vor­zu­stel­len und even­tu­el­le Alter­na­ti­ven oder Abwand­lun­gen auf­zu­zei­gen. Auch bedarf sei­ne Anwen­dung eini­ger Sorg­falt. Zunächst die Grundlagen:

GIPS als Bau­stoff (aus Wikipedia):

Als Roh­stoff wird Gips­stein (Anhy­drit und Gips) ver­wen­det. Er kommt in der Natur als kris­tall­was­ser­hal­ti­ges Cal­ci­um­sul­fat Ca[SO4]•2 H2O vor. Der Gips­stein wird in Dreh­rohr­öfen gebrannt. Dabei wird dem Gips­stein das Kris­tall­was­ser teil­wei­se oder ganz ent­zo­gen. Bei Tem­pe­ra­tu­ren bis 573 Kel­vin ent­steht Stuck­gips (ein Bassa­nit), der noch gerin­ge Men­gen gebun­de­nes Was­ser ent­hält. Bei Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 300 und 1000 °C ent­steht Anhydritgips.

Die­se Pro­duk­te wer­den fein gemah­len in Säcke ver­packt oder in Con­tai­nern bereit­ge­stellt. Durch die Zuga­be von Was­ser auf der Bau­stel­le ent­steht wie­der Gipsstein.

Etwa 80 % des kal­zi­nier­ten Gip­ses wer­den für die Her­stel­lung von Gips­bau­plat­ten und nur etwa 20 % zur Pro­duk­ti­on von Bau­gips und sons­ti­gen Gips­pro­duk­ten eingesetzt.

Bau­gips­ar­ten nach DIN V 18550

Bau­gip­se wer­den im Bau­be­reich für ver­schie­de­ne Anwen­dun­gen eingesetzt.

Gips­ar­ten ohne Zusatzstoffe

Stuck­gips
Schnell här­tend und wird für Stuck­or­na­men­te als Wand‑, Decken- und Fas­sa­den­s­tuck ver­wen­det. Stuck­gips erreicht Min­dest­druck­fä­hig­keit von 6 N/mm2 Stuck­gips besteht größ­ten­teils aus Cal­ci­um­sul­fat-Halb­hy­drat und wird in Nie­der­tem­pe­ra­tur­be­reich gebrannt.

Putz­gips
Här­tet nicht so schnell wie Stuck­gips und kann daher län­ger ver­ar­bei­tet wer­den. Er wird als Hand- und Maschi­nen­putz ver­wen­det. Putz­gips wird für Innen­putz- und Rabitz­ar­bei­ten ver­wen­det. Das Bren­nen fin­det in Hoch- und Nie­der­tem­pe­ra­tur­be­rei­chen statt.

Gips­ar­ten mit Zusatzstoffen

Mör­tel­gi­ps
Durch das Bei­mi­schen von Ver­zö­ge­rern wird die Ver­ar­bei­tungs­dau­er ent­schei­dend ver­län­gert. Wird bei­spiels­wei­se für die Befes­ti­gung von Elek­tro­dosen verwendet.

Haft­gips
Beson­ders gute Ober­flä­chen­haf­tung. Wird zur Befes­ti­gung von Bau­tei­len verwendet.

Maschi­nen­gips­putz
Neben län­ge­rer Ver­ar­bei­tungs­fä­hig­keit ist Maschi­nen­gips­putz maschi­nen­ver­ar­beit­bar und wird als Wand- und Decken­putz verwendet.

Fugen­gips
Fähig­keit zur Was­ser­rück­hal­tung und ver­zö­ger­ter Här­tung. Zum Aus­fu­gen von Bau­plat­ten und Rissen.

Spach­tel­gi­ps
Fähig­keit zur Was­ser­rück­hal­tung und ver­zö­ger­ter Här­tung. Wird zum Spach­teln von Wan­dun­eben­hei­ten verwendet.

Est­rich­gips
Zeich­net sich durch lang­sa­me Aus­här­tung und hohe Fes­tig­keit aus. Wird als Est­rich ver­wen­det (auch Anhy­dri­t­est­rich genannt).

Fer­tig­putz­gips
Lang­sa­me Ver­stei­fung und Ver­wen­dung im Innenbereich.

Ver­ar­bei­tung
Mit Beginn des Mischens bis zum Zeit­punkt des Erhär­tens liegt ein kur­zer Zeit­raum. Je nach Gips­art beginnt das Erhär­ten etwa 10–25 Minu­ten nach Ver­ar­bei­tungs­be­ginn. Bis zum Erhär­tungs­zeit­punkt ist der Bau­gips ver­ar­beit­bar. Der Gips erreicht etwa 40 % sei­ner End­fes­tig­keit mit dem Ver­stei­fungs­be­ginn. Der Gips darf ab die­sem Zeit­punkt, auch unter Zuga­be von Was­ser, nicht mehr ver­ar­bei­tet wer­den. Durch che­mi­sche Zusät­ze, oder Bei­men­gen von Luft­kalk, lässt sich der Erhär­tungs­be­ginn ver­zö­gern. War­mes Zuga­be­was­ser und alte Gips­res­te an den Werk­zeu­gen und Mör­tel­käs­ten ver­kür­zen die Ver­ar­bei­tungs­zeit wesentlich.

Die völ­li­ge Erhär­tung von Bau­gip­sen erfolgt über 1–20 Stun­den. Über­schüs­si­ges Zuga­be­was­ser dif­fun­diert und die Gips­ober­flä­che wird durch den Erhär­tungs­vor­gang vergrößert.

Ant­wortZitat
Ver­öf­fent­licht : 29. Okto­ber 2017 18:22