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Fehler in der Perspektive ???

(@krippenfreund)

Hal­lo lie­be Leu­te aus dem Forum,

Es geht um mei­nen „Kin­der­mord“ (sie­he Bil­der), den ich letz­tes Jahr gebaut habe:
Ich bin von einem „Krip­pen­fach­mann“ kri­ti­siert wor­den, dass wohl mein Auf­bau in der Per­spek­ti­ve so abso­lut nicht stimmt (… den genau­en Wort­laut mei­nes Kri­ti­kers möch­te ich an die­ser Stel­le jetzt lie­ber nicht wie­der­ge­ben). Und die­se Kri­tik hat mich wirk­lich hart getroffen.
Ich weiß, ich bin nicht per­fekt, und es war mein ers­ter per­spek­ti­vi­scher Bau. Jedoch war ich bis vor kur­zem noch der Mei­nung (wis­sent­lich, dass ich von Pigoz­zi noch Mei­len weit ent­fernt bin), dass man das Teil eini­ger­ma­ßen anschau­en kann.

In die­sem Zusam­men­hang ich hät­te eine rie­sen Bit­te an Euch:

Ich möch­te Eure Mei­nung hören.
Und bit­te seid ehr­lich; gut gemein­tes Schön-Reden hilft mir nicht.
Ich will har­te, jedoch kon­struk­ti­ve Kri­tik.
Ich will wis­sen, ob mein Kri­ti­ker Recht hat und aus mei­nen Feh­lern lernen.
Vor Allem inter­es­siert mich, wie die Per­spek­ti­ve auf Euch wirkt und ob ich offen sicht­li­che Feh­ler in der per­spek­ti­vi­schen Betrach­tung gemacht habe.
Mei­ne Schnur­per­spek­ti­ve war 2,5 m lang (bei 8 cm Figuren).

Also einen Feh­ler weiß ich bereits (… der ist aber z.B. mei­nem Kri­ti­ker gar nicht auf­ge­fal­len): Das Bal­kon­ge­län­der stimmt defi­nitv nicht! Das wer­de ich noch ändern.
Bit­te rich­tet Euer Auge­merk u.a. auf die Steil­heit der Dächer; mein Kri­ti­ker hat vor Allem bemän­gelt dass mei­ne Dächer viel zu steil sei­en und ich die Schnur­per­spek­ti­ve viel zu kurz gewählt habe.

War­te gespannt auf Eure Ein­drü­cke und Meinungen.
Und vie­len Dank bereits im Voraus.

mfG
Christian

Zitat
The­men­star­ter Ver­öf­fent­licht : 30. Sep­tem­ber 2014 12:58
(@wilhelm-luecking)

Hal­lo Krippenfreund,

zur Ver­deut­li­chung der ita­lie­ni­schen Metho­de habe ich das Grund­sche­ma angefügt.

Wie wür­de sich Dei­ne Krip­pe da einordnen?

War­um hast Du das The­ma nicht an das bereits vor­han­de­ne angehängt?

Vie­le Grüsse

Wil­li

Ant­wortZitat
Ver­öf­fent­licht : 2. Okto­ber 2014 16:56
(@de-nitzemer)

Hal­lo Krippenfreund,

also
1. „angu­cken“ kann man Dei­nen „Kin­der­mord“ alle Tage, völ­lig unab­hän­gig von jedem mög­li­chen Perspektivfehler. :)
2. Aus der Per­spek­ti­ve der Krip­pen­fi­gu­ren kann ich aus dem Pho­to nichts wirk­lich gra­vie­ren­des erken­nen. Das ist aber immer schwie­rig, das Pho­tos nun mal 2D sind und damit ihre eige­ne Per­spek­ti­ve haben. :(
3. Auf dem obe­ren Pho­to kippt das ers­te Gebäu­de links ein wenig aus dem Bild.
4. Du kannst den Flucht­punkt hin­le­gen, wo Du willst. A. Pigoz­zi emp­fiehlt 2xDioramatiefe, so wie es auf Wil­helms Bild zu sehen ist. Das ist ein guter, ange­nehm anzu­schau­en­der Kom­pro­miss. Aller­dings hast Du kei­nen Mit­tel- oder Hin­ter­grund, so dass in Dei­nem Fall die Emp­feh­lung 3xKrippentiefe sein wür­de. Dabei ist nicht die Figu­ren­grö­ße das Maß!

Wie groß ist in Dei­nem „Kin­der­mord“ die Grundplatte?

Kön­nest Du mal ein „Pho­to von der Sei­te“ pos­ten, Augen­punkt auf Höhe der Augen der Figu­ren. Da soll­te man bes­ser erken­nen kön­nen, ob es noch was aus dem Lot ist.

Kopf hoch

Ant­wortZitat
Ver­öf­fent­licht : 2. Okto­ber 2014 22:43
(@flori76)

Hal­lo zusammen,

mal ne blö­de Frage:

Trifft die Sache mit der Per­spek­ti­ve nicht eh nur zu, wenn man einen defi­nier­ten Blick­punkt auf die Grip­pe hat? Wenn ich die Grip­pe ich einem Kas­ten baue, wo man nur durch eine Stel­le rein schau­en kann, dann macht das für mich Sinn.

Wenn ich aber eine Grip­pe baue, die ich auch von der Sei­te anschau­en kann (weil sie von 3 Sei­ten zugäng­lich ist), ist hier eine Kor­rek­tur der Per­spek­ti­ve nicht eher hinderlich??

Die Per­spek­ti­ve hängt für doch vom Blick­win­kel ab. Bei ver­schie­de­nen Blick­win­kel habe ich auch ver­schie­de­ne Perspektiven…

Gruss Flo­ri­an

Ant­wortZitat
Ver­öf­fent­licht : 24. Sep­tem­ber 2018 17:28
(@de-nitzemer)

Hal­lo Florian,

völ­lig rich­tig, eine per­spek­ti­vi­sche Krip­pe (Flucht­punkt­per­spek­ti­ve) sieht immer nur von einer Stel­le „rich­tig“ aus. Flucht­punkt und Augen­punkt (Stand­punkt des Auge des Betrach­ters) gehö­ren zusam­men. Ändert man den Augen­punkt müss­te sich auch der Flucht­punkt ändern. Diora­ma-Krip­pen sind des­we­gen immer als Kas­tenkrip­pen gebaut. Das Guck­loch ist manch­mal nicht grö­ßer als eine Post­kar­te. Die klas­si­schen Diora­men, wie sie etwa A. Pigoz­zi baut, haben eine etwas grö­ße­re Front­schei­be, aber man bleibt in der Blick­rich­tung immer „geführt“.

Neben der Flucht­punkt­per­spek­ti­ve gibt es auch ande­re Arten, per­spek­ti­vi­sche Effek­te zu erzie­len. So kann man Figu­ren und Häu­ser im Vor­der­grund in einem grö­ße­ren Maß­stab bau­en als im Hin­ter­grund (Grö­ßen­per­spek­ti­ve). Das ist klas­sisch bei pro­ven­za­li­schen Krip­pen so, z.B. Rio­li­ni, „Krip­pen schau­en Krip­pen bau­en“ 1995, ISBN 3–84043-0255–6, Sei­ten 86–87). Die Grö­ßen­per­spek­ti­ve ist auch für offe­ne Krip­pen ohne Kas­ten nutzbar. 

Außer­dem kann man mit den Far­ben spie­len und nach hin­ten das Grün der Pflan­zen nach Blau und Schwarz abtö­nen, die Far­ben der Häu­ser ins Graue (Farb­per­spek­ti­ve).

In dem anlie­gen­den Bild der Pigoz­zi-Krip­pe aus dem Krip­pen­mu­se­um in Klüs­se­rath sieht man recht schön die Farb­per­spek­ti­ve und die Funk­ti­on des Rah­mens. Hier hat A. Pigoz­zi alle For­men der Per­spek­ti­ve (Flucht­punkt, Far­be, Dunst, Grö­ße …) genutzt. 

Als zwei­tes Bild habe ich eine Krip­pe aus einem Krip­pen­bau­kurs in Klüs­se­rath von 2011 her­aus­ge­sucht. Hier wird nur die Grö­ßen­per­spek­ti­ve genutzt. Obwohl Hero­des und die Hei­li­ge Fami­lie im glei­chen Abstand zum Betrach­ter ste­hen, sind Vor­der­grund und Hin­ter­grund klar zu unterscheiden.

Ant­wortZitat
Ver­öf­fent­licht : 24. Sep­tem­ber 2018 19:54