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BeitragVerfasst: 12.08.2004, 11:03 
Ich habe gelesen , dass man zur Konservierung der Zweige und Äste Formalin und Glyzerin benötigt. Doch ich bekomme in keinen GeschĂ€ft Formalin zu kaufen, da es anscheinend verboten worden ist. Gibt es eine Alternative zu Formalin oder genĂŒgt es, wenn ich nur Glyzerin verwende?

danke fĂŒr jeden Tipp


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 Betreff des Beitrags: PrĂ€parieren von Pflanzen
BeitragVerfasst: 23.08.2004, 20:40 
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Registriert: 03.11.2003, 18:14
BeitrÀge: 31
Es ist richtig, dass man Formalin nicht ohne weiteres kaufen kann, man benötigt hierzu den "Kleinen Giftschein". Möglicherweise kann man es ĂŒber jemand beziehen, der zum Kauf berechtigt ist.
Als wir diese Rezeptur erstellt haben, war Formalin noch frei erhÀltlich.
Formalin hat die Eigenschaft, die Feuchtigkeit sehr schnell zu entziehen, Glycerin ist Ölhaltig und macht die Pflanzen geschmeidig. Sie sind durch den schnellen Feuchtigkeitsentzug mit Formalin sehr spröde und wĂŒrden ohne den Zusatz von Glycerin brechen und zerbröseln.
Formalin kann daher nicht durch das Glycerin ersetzt werden. Welche Substanzen als Alternative zu Formalin derzeit erhÀltlich sind, ist mir nicht bekannt.
Leider kann ich daher momentan nicht weiterhelfen.


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BeitragVerfasst: 10.06.2012, 13:42 
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Registriert: 16.11.2011, 22:14
BeitrÀge: 133
Wohnort: Pfalz
Hallo,

leider hat der Klaus recht. Formalin ist eine Mischung von Wasser und Formaldehyd. Formaldehyd ist nicht gesund und daher nicht mehr so einfach zu bekommen. Immerhin wurde es als "giftig" und ist bei dauernder Exposition „krebserregend fĂŒr den Menschen" eingestuft. Sogar Formalin fĂŒr medizinische Zwecke (4% Formaldehyd in Wasser) scheint aus dem Handel genommen zu sein. Dabei ist 4%-tige Formaldehydlösung ein hervorragendes Desinfektionsmittel. Verboten ist es ĂŒbrigens nicht, nur wird es nicht mehr an Privatverbraucher abgegeben.

Welche Funktion Formaldehyd bei der Haltbarmachung von Pflanzen hat, darĂŒber streiten sich die Gelehrten. Auf jeden Fall desinfiziert es die Pflanzenteile und verhindert die Bildung von Schimmel und den Wuchs anderer Einzeller. Dieses lĂ€ĂŸt sich auch durch einen ordentlichen Schuss Domestos oder Chlorox erreichen. Die Wirkung ist allerdings nicht ganz so gut. Die entwĂ€ssernde Wirkung von Formalin haben diese Stoffe leider nicht.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, nur das 2. Bad (1 Teil Glyzerin, 4 Teile Wasser) anzusetzen und die Pflanzen darin > 4 Wochen stehen zu lassen. Das geht mit und ohne Desinfektionsmittel (ohne bildet sich Schimmel und mann muss die Pflanzen an der OberflĂ€che der "BrĂŒhe" wegschmeißen). Man erhĂ€lt Pflanzen mit der typischen ledrigen Struktur. Heidelbeeren verfĂ€rben sich schwarz und behalten ca. 5 Jahre ihre BlĂ€tter, danach werden sie brĂŒchig. Schafgarbe, die wunderschöne Palmwedel fĂŒr kleine Krippen abgiebt, und WeinblĂ€tter halten mindestens 4 Jahre (so alt sind meine ersten Versuche ohne Formalin).

Probier's mal

_________________
Gloria et Pax
de Nitzemer


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BeitragVerfasst: 21.09.2012, 19:04 
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Registriert: 25.09.2010, 08:00
BeitrÀge: 14
Wohnort: Markt Schwaben
Versuchs mal mit Trockensalz, damit werden Blumen getrocknet zum Haltbarmachen.

Werner


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BeitragVerfasst: 17.12.2016, 10:02 
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Registriert: 26.03.2013, 16:33
BeitrÀge: 240
Wohnort: 49124 GeorgsmarienhĂŒtte
Hallo Krippenfreunde,

dieses Thema möchte ich einmal erneut aufgreifen und zunĂ€chst folgenden Beitrag anfĂŒhren:

Pflanzenkonservierung

Die Pflanzenkonservierung mit Glyzerin ist nicht neu und doch noch nicht allen bekannt. Es ist ein völlig ungefÀhrliches Verfahren, weil Glyzerin kein giftiger Stoff ist.

Ein Leben in einer Umwelt ohne GrĂŒn und ohne Blumen ist fĂŒr die meisten Menschen unvorstellbar oder wĂŒrde allenfalls als Strafe angesehen. An einer Blume oder besser einem Strauß erfreut sich Jung und Alt. Es ist völlig gleichgĂŒltig, ob die Aufmerksamkeit zum Geburtstag, Hochzeitstag oder anderem besonderen Anlass bei einer Begegnung prĂ€sentiert wird. Weitere Höhepunkte fĂŒr blĂŒhende PrĂ€sente könnten der Muttertag, der Frauentag, die Heimkehr oder die Genesung sein. DarĂŒber hinaus holen wir uns das GrĂŒn aus der Umwelt gern in der Form eines Osterstraußes oder Weihnachtsbaumes in die Wohnung.

Warum Pflanzenkonservierung?

Leider haben alle vorgenannten Beispiele eine bedauerliche Begleiterscheinung. Die BlĂŒten und Pflanzen haben eine begrenzte Lebensdauer. Die Blumen verblĂŒhen, die BlĂ€tter vertrocknen und die Nadeln fallen ab. Und dabei hĂ€ngt oft so manch schöne Erinnerung an dem Anlass, der mit der blĂŒhenden oder grĂŒnenden Spende im Zusammenhang steht. Der Hochzeitsstrauß ist das bekannteste Beispiel fĂŒr den Versuch den Strauß als Erinnerung an einen Höhepunkt im Leben aufzuheben. Im Normalfall wird es leider so sein, dass der Strauß irgendwo vertrocknet und fast ohne natĂŒrliche Farben zwar aufbewahrt wird, jedoch kaum prĂ€sentiert werden kann. Es gibt sicher weitere öder Ă€hnliche GrĂŒnde fĂŒr den Wunsch, Blumen oder Pflanzen erhaltend zu konservieren. Der HobbykĂŒnstler, der aus Naturmaterial dekorative Bildkompositionen schafft oder der Modellbauer, dessen miniaturisierende Imitation perfekt sein soll, haben den Wunsch nach dauerhafter Konservierung der verwendeten Pflanzenteile. Ein weiterer Interessentenkreis ist im kommerziellen gesellschaftlichen Sektor zu finden. EmpfangsrĂ€ume, Servicetresen oder AusstellungsrĂ€ume mĂŒssen hĂ€ufig wartungsfreundlich ausgestaltet werden. Was ist da eher geeignet, als Pflanzen, die nicht verblĂŒhen, vergilben oder verwelken.

Wie wirds gemacht?

Geeignet sind sicher fast alle GewĂ€chse. Bevorzugt aber ausgereifte oder verholzte Pflanzenteile. Außer den Pflanzen, die den Wunsch nach Konservierung geweckt haben, benötigt man Glyzerin (auch Glycerin, Glycerol). Dieses sollte ApothekenqualitĂ€t haben und weitestgehend wasserfrei (anhydricum) sein. Mit gewöhnlichem Leitungswasser wird unter RĂŒhren eine Mischung von 1 Teil Glyzerin und 2 Teilen Wasser hergestellt. Es ist vorteilhaft fĂŒr den Mischvorgang das Wasser vorher zu erwĂ€rmen. Die anzumischende Menge entspricht idealerweise der ersten VasenfĂŒllung und der als Gießwasser fĂŒr das eventuell notwendige NachfĂŒllen der verbrauchten FlĂŒssigkeit innerhalb der folgenden ca. 2 Wochen. Die StĂ€ngel mĂŒssen vor der Behandlung frisch angeschnitten sein. GĂŒnstig wĂ€re sogar ein schrĂ€ges Anschneiden. Holzige StĂ€ngel von StrĂ€uchern kann man am Stielende mit einem Hammer etwas breitklopfen, um die FlĂŒssigkeitsaufnahme zu erleichtern.

Vorgang der Konservierung

Das Glyzerin gelangt mit dem beigemischten Wasseranteil auf dem ĂŒblichen Weg in die Pflanze. Im FlĂŒssigkeitssystem der Pflanze verdrĂ€ngt und ersetzt das Glyzerin das Wasser und das ĂŒberflĂŒssige Wasser verdunstet aus der Pflanze. Das Glyzerin bleibt in der Pflanze erhalten und ĂŒbernimmt die Konservierung. Dieser Vorgang ist abgeschlossen, wenn an Blatt- oder BlĂŒtenspitzen etwas Glyzerin in der Form von kleinen glĂ€nzenden PĂŒnktchen erscheint. Der Konservierungsvorgang ist nunmehr abgeschlossen und die FlĂŒssigkeit kann entfernt werden beziehungsweise fĂŒr ein neues Vorhaben Verwendung finden. Die Pflanze darf jetzt nicht mehr mit Wasser in BerĂŒhrung kommen und kommt deshalb zum Beispiel in eine mit trocknem Sand gefĂŒllte Vase. Daraus geht leider auch hervor, dass derart behandelte Pflanzen nicht im Freien aufgestellt werden dĂŒrfen, um SchĂ€den vorzubeugen.

Konservierten Pflanzen vertragen mehr als frischer pflanzlicher Schmuck. Von wenigen Graden Plus bis nahezu 50 Grad ĂŒber Null vertragen sie somit mehr als Frischware. Es ist kein Problem, diese Pflanzen auch an zugluftgefĂ€hrdeten PlĂ€tzen oder an Orten mit unzureichender Tageslichtversorgung aufzustellen. Sie werden es nicht verĂŒbeln. SchĂ€dlich wĂ€re dagegen ein Platz in direktem Sonnenlicht oder mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Diese Pflanzen werden gelegentlich mit einem Staubtuch oder Pinsel gepflegt und erfreuen dafĂŒr mit stĂ€ndigem BlĂŒhen und zusĂ€tzlich fassen sie sich auch noch samtig und weich an.

Der Beitrag ist hier im Original zu finden: http://dauerfloristik.blogspot.de/2011/08/alternative-wege-in-der-dauerfloristik.html

Im Bereich der Krippenbauschule findet sich die folgende Bauanleitung:

Krippenbotanik - Konservieren

Geschrieben von Sandra Reinhard

Zur AusschmĂŒckung der Krippe eignen sich alle Moosarten, sowie verschiedene Stauden und Wurzeln (Heidelbeerstauden, Berberitze, Zweige vom Buchsbaum, Wurzeln der Föhre). FĂŒr ÖlbĂ€ume sind sĂ€mtliche Arten der Scheinzypresse, Hirschheiderich, Astilben, Staditien, Rainfarn, Schafgarbe, im Herbst blĂŒhendes Heidekraut geeignet.
Um die Pflanzen jedoch haltbar zu machen, muss man diesen das Wasser entziehen.
Zur Konservierung kann man nur holzige Pflanzen verwenden. Diese sollen noch am gleichen Tag, an dem sie gepflĂŒckt wurden, in eine Konservierungslösung gelegt werden.
Je kĂŒrzer die Zeitspanne vom Abbrechen bis zum Einlegen in die Lösung, desto besser ist es. Ist der Zeitabstand zwischen PflĂŒcken und Konservieren zu lang, kann man die Pflanzen vorĂŒbergehend in Wasser geben, damit sie spĂ€ter nicht zerfallen.
Zwei aufeinander folgende BĂ€der sind zur Konservierung notwendig.

1. Bad:
4 l Wasser
œ l Formalin
œ l Glyzerin
! ! ! ! W i c h t i g ! ! ! !
Da FormalindÀmpfe giftig sind, ist das erste Bad nicht in geschlossenen RÀumen aufzustellen!
In dieser Lösung bleiben die Pflanzen 4 bis 5 Tage, dann nimmt man sie heraus und lĂ€sst sie ca. 1 Stunde antrocknen. Anschließend legt man sie in das 2. Bad.

2. Bad:
4 l Wasser
1 l Glyzerin
In diesem Bad verbleiben die Pflanzen ca. 14 Tage. Danach nimmt man sie heraus und lĂ€sst sie gut trocknen. Durch den Wasserentzug werden die BlĂ€tter braun, man fĂ€rbt sie mit grĂŒner Farbe, geeignet sind Ölfarben, nach.

Meine etwas provokante Frage: Sollte diese Bauanleitung ergĂ€nzt werden - oder genĂŒgt es nicht, die Pflanzen und Hölzer in der Sonne zu trocknen - oder einen Wurzelstamm/Baumschwamm bei 90 Grad im Backofen zu "pasteurisieren"?

_________________
Wilhelm LĂŒcking

Die Krippenwelt von Wilhelm LĂŒcking
Krippenfreunde OsnabrĂŒck und Emsland e. V.
Die Weihnachtskrippe von Wilhelm LĂŒcking

E-mail: wilhelm.luecking@outlook.de


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BeitragVerfasst: 20.10.2017, 19:21 
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Registriert: 16.11.2011, 22:14
BeitrÀge: 133
Wohnort: Pfalz
Hallol Wilhelm,

ja Sandras Anleitung zum Konservieren mĂŒsste mal ĂŒberarbeitet werden ... aber wer und wann? Funktionieren tut sie immer noch, nur sind die Komponenten heutzutage schwierig zu beschaffen.

Holzige Teile muss man ĂŒbrigens gar nicht konservieren. Sie mĂŒssen nur austrocknen. Dazu hĂ€nge ich sie in mein GartenhĂ€uschen unter die Decke (z.B. Wurzeln, Heidelbeeren oder Herdidekraut) und lasse sie langsam bei guter LĂŒftung "vertrocknen". Kleine Baumteile mit Rinde stelle ich fĂŒr 2-4h bei 50-60°C in den Backofen, damit ggfs. vorhandene Insekten und ihre Eier mir keine unliebsamen Überraschungen bereiten. Dann können sie im Keller weiter trocknen.

_________________
Gloria et Pax
de Nitzemer


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BeitragVerfasst: 28.10.2017, 13:02 
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Registriert: 26.11.2011, 15:09
BeitrÀge: 6
Ich kannte die Lösung mit Glycerin und Formalin gar nicht.

Ich habe meine MinibÀume (gabs im Baumarkt) in eine Lösung aus Paraloid B 72 getaucht und anschliessend hÀngend trocknen lassen. Bisher halten die Pflanzen ziemlich gut (das sind jetzt 3 Jahre).

Ich hatte es in Ethylacetat gelöst. HierfĂŒr sollte man Handschuhe tragen und am besten im Freien arbeiten.

Die so konservierten Pflanzen kann man ĂŒbrigens auch mit einem Airbrush nachfĂ€rben...


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BeitragVerfasst: 29.10.2017, 21:04 
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Registriert: 16.11.2011, 22:14
BeitrÀge: 133
Wohnort: Pfalz
Hallo,

noch eine weitere Möglichkeit ist dei Haltbarmachung mit Leimbinder. Dazu setze ich ein dĂŒnnes Leimwasser (1 Teil Leim : 4-7 Teile Wasser) an. Diese lĂ€sst sich mit einer BlumensprĂŒhflasche ganz gut verdĂŒsen. Damit sprĂŒhe ich die Pflanzenteile an und lasse sie trocknen. Problem sind Tropfen, die sich beim Trocknen bilden können. Dort entstehen manchmal statt des erwĂŒnschten dĂŒnnen Films weißliche Leimtropfen.

Man findet Hinweise zur Haltbarmachung mit Leimwasser u.a. bei GĂŒnther Reinalter "Die schönsten Krippen bauen" (S. 160ff) https://www.amazon.de/sch%C3%B6nsten-Krippen-bauen-umfassende-Handbuch/dp/370662432X/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1509307290&sr=8-5&keywords=reinalter. Dort wird auch die Methode mit Formalin und weitere mit Dispersionsbinder oder Klarlack beschrieben.

_________________
Gloria et Pax
de Nitzemer


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